Buddhismus

Der Buddhismus (bukkyō, 仏教) ist in Japan neben dem Shintō die wichtigste Religion und wurde im 7. Jahrhunderts, nachdem sie aus Indien über China und Korea importiert wurde, vor allem durch den Prinzen und Regenten für die Kaiserin Suiko, Shōtoku Taishi, verbreitet. Er ist auch der Gründer des Tempels Hōryū-ji (UNESCO-Weltkulturerbe und Japanischer Nationalschatz) in Nara. Obwohl der Buddhismus schon früher (das Datum 594 ist wissenschaftlich nicht belegt) als Staatsreligion eingeführt wurde, kam jedoch erst im 8. Jahrhundert Interesse beim Kaisertum auf. In dieser Zeit sollte der Buddhismus den Staat unterstützen, er fand jedoch erst im Mittelalter, wo einige Strömungen des Buddhismus vereinfacht wurden, auch in der breiten Bevölkerung Zuspruch. Seine Blütezeit erlebte er unter Shōmu Tennō (701-756), der nach einer Epidemie auch den Bau des bekannten Tempels Tōdai-ji in Nara veranlasste (UNESCO-Weltkulturerbe und Japanischer Nationalschatz). Dieser sollte mit seiner großen Buddhastatue aus Bronze (der wohl größten der Welt) sowohl den Wohlstand der Zeit ausdrücken als auch Schutz vor Unglücken wie Erdbeben oder Hungersnöten bieten. Der Tōdai-ji ist ebenfalls Haupttempel der kokubun-ji (Provinztempel) und war lange Zeit reliiöses Zentrum des Buddhismus. So waren alle sechs Schulen der Nara-Zeit (710-784) in diesem Tempel beheimatet.

Beim Buddhismus handelt es sich um eine Weltreligion zu der jeder konvertieren kann und von der es auch mehrere "Richtungen" bzw. Sekten/ Schulen gibt. Dabei ist der Buddhismus keine ausschließende Religion, das heißt es ist durchaus erlaubt und sogar üblich neben dem Buddhismus noch eine andere Religon zu haben. Im Gegensatz zum Shintō ist der Buddhismus stark mit den Themen Tod, Krankheit, Leid, aber auch Wiedergeburt verbunden und so steht in Japan der Buddhismus auf der einen Seite und der Shintō auf der anderen. In einem japanischen Haushalt findet man meist einen butsudan (Hausaltar) mit Totentafeln, Urnen und Opfergaben. Als Opfergaben sind Sake, Salz, Tee und Früchte üblich. Eines der wichtigsten buddhistischen Feste ist das Totenfest o-bon. Zwei andere, wichtigen Feste werden zu Ehren Buddhas gehalten. Zum einen das hana matsuri (18.04. oder Anfang Mai), eine "Versammlung aus Anlaß des Badens des Buddhas", zum anderen das nehan-e (15.02.), eine "Versammlung zum Gedenken an Buddha".

Im Buddhismus wird Buddha verehrt, der eigentlich mit bürgerlichen Namen Siddhartha Gautama hieß und ein Prinz war. Deren Lehren bilden die Grundlage für den Buddhismus. Er ist der Erleuchtete, der ins Nirvana eingegangen ist. Buddha lehrte, dass diese Religion sich an alle suchenden Menschen wenden sollte, unabhängig von Rasse, Nation, sozialer Herkunft, Persönlichkeit und Geschlecht. Allerdings gibt es auch noch andere Buddha, die Bezeichnung ist also nicht nur mit Siddhartha Gautama gleichzusetzen.

Zusammenfassung wichtiger Begriffe
bukkyō, 仏教 Buddhismus (im Japanischen)
butsudan,仏壇 Hausaltar in japanischen Wohnungen
hasshū, 八宗 Lehren der acht Schulen der Nara- und Heian-Zeit
ji, 寺 Suffix für Tempel
kokubun-ji, 国分寺 Provinztempel
nembutsu, 念仏 Methoden zur Vergegenwärtigung von Buddhas
o-tera, 仏教 Tempel ("o" ist ein Honorativsuffix)
shū, 宗 Sekte (wird an die Namen gehängt, bsp. Tendai-shū)

Bekannte Sekten und ihr Begründer
Kegon-shū 華厳宗 Shinjō
Tendai-shū 天台宗 Saichō
Shingon-shū 真言宗 Kukai
Jōdo-shū (Reiner Land Buddhismus) 浄土宗 Eon
Jōdo-shinshū (Wahre Schule des Reinen Landes) 浄土真宗 Shinran
Zen-shū (Plural) 禅宗 diverse, u.a. Dōgen
Nichiren Buddhismus 日蓮系諸宗派 Nichiren

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