Sprichwörter und Redensarten

Im folgenden findet ihr ein paar japanische Sprichwörter und Redearten, jeweils mit vergleichbaren deutschen Varianten. In Japan haben Sprichwörter, kotowaza (諺), eine besondere Bedeutung. Es wird ihnen nachgesagt, dass sie ursprünglich Götteraussagen waren und sich im Laufe der Zeit zu Sprichwörtern verdichtet haben. Viele Sprichwörter haben ihren Ursprung in China, wobei manchmal nicht unterschieden werden kann zwischen solchen japanischen und solchen chinesischen Ursprungs, und haben einen geschichtlichen Hintergrund.

Deutsches Sprichwort Japanische Variante
Wer A sagt, muss auch B sagen. nori-katta fune Das Schiff, mit dem man die Fahrt schon begonnen hat.
Alter schützt vor Torheit nicht. atama hagete mo, uwaki wa yamanu Der Leichtsinn hört nicht auf, wenn der Kopf auch kahl wird.
Blut ist dicker als Wasser. shin wa naki yori, tanin wa kui yori Die Verwandten kommen zusammen, um zu weinen, fremde Leute um zu essen.
Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen. baka ni tsukeru kusuri wa nai Gegen Dummheit gibt es keine Arnei.
Eigenlob stinkt. temae-miso wa kusai Eigene (selbstgemachte) Bohnensoße stinkt.
Ein Esel schimpft den anderen Langohr. saru no shiri-warai Das Lachen eines Affen über den Hintern des anderen.
Verpasste Gelegenheiten erscheinen als günstig. nigashita (nigeta) sakana wa ōkii Der Fisch, der entkommen ist, scheint groß zu sein.
Irren ist menschlich. saru mo ki kara ochiru Selbst der Affe fällt vom Baum.
Es ist nur ein Katzensprung. soko made wa tsui me to hana no aida Nur ein Zwischenraum vom Auge bis zur Nase.
Wie auf heißen Kohlen sitzen. hi ga furu yō Als ob es Feuer regnete.
Liebe bedarf keiner Sprache. me wa kuchi hodo ni mono wo ii Die Augen sagen soviel wie der Mund.
Auf Regen folgt Sonnenschein. ku areba, raku ari Wo Leid ist, ist auch Freud.
Ein Stein fällt vom Herzen. omoni wo yō Als ob einem eine große Last abgenommen wäre.
Undank ist der Welt Lohn. kai-inu ni te wo kamareru Von dem eigenen Hund in die Hand gebissen werden.
Ein Unterschied wie Tag und Nacht. tsuki to suppon hodo no sōi So verschieden wie Mond und Schildkröte.
Wie es in den Wald hinein schallt, so schallt es wieder heraus. kane mo shumoku no atari yō Die Glocke klingt, wie der hölzerne Glockenschlegel angeschlagen hat.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. ichinen ten ni tsῡzu Ein Gedanke reicht bis zum Himmel.
Art lässt nicht von Art. kaeru no ko wo kaeru Kinder der Frösche sind wieder Frösche.
Armut macht gemein. - Not treibt zu allem. hin sureba, don suru Wer arm wird, wird dumm.
Den Bock zum Gärtner machen. neko ni katsuo-bushi Der Katze getrockneten Bonitofisch geben.
Das Böse lernt man schnell. aki ni somi yasushi Böses färbt leicht ab.
In seinem Element sein. ryū ga mizu wo eru gotoshi Wie ein Drache, der Wasser erhält.
Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. minu mono kiyoshi Was man nicht sieht, ist rein.
Wenn schon, denn schon. doku kuwaba, sara made Wenn man schon Gift isst, dann bis auf den Teller.
In ein Wespennest greifen. yabu wa tsutsuite, hebi wo dasu Wenn man im Dickicht stöbert, jagt man Schlangen auf.
Weder ein noch aus wissen. ite mo tatte mo irarenai Weder sitzen noch stehen können.
Wenn man vom Teufel spricht, kommt er. uwasa wo sureba, kage ga sasu Wenn man von Jemandem spricht, erscheint sein Schatten.