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Kagami Mochi 鏡餅
Zu deutsch etwa "Spiegel-Reiskuchen", ist ein traditionelles, flaches und rundes Mochi, das seit der →Muromachi-Zeit (1333-1568) zu Neujahr als Dekoration aufgestellt wird. Es besteht aus zwei Mochi, wobei das kleinere auf dem größeren platziert wird und einer Bitterorange, die auf dem kleinsten Mochi thront. Unter den Mochi kann sich ein Blatt Konbu oder Kaki befinden, weiter dekoriert werden kann mit Papierstreifen. Die zwei Mochi repräsentieren das Kommen und Gehen der Jahre, die Orange steht für das Fortleben der Familie.

Kaijū 怪獣
Wörtlich übersetzt bedeutet Kaijū "rätselhafte Bestie" und steht für Riesenmonster, Ungeheuer und Fabeltiere, wie sie in japanischen Filmen und Anime vorkommen (z.B. Godzilla).

Kamakura-Zeit 鎌倉時代
Eine Zeit in der japanischen Geschichte, in etwa von 1185 bis 1333. Geprägt durch die Entstehung des Kamakura Shōgunats.

Kami 神
Das japanische Wort für "Gottheit". Wird vielfach und besonders im Shintōismus verwendet.

Kamidana 神棚
Der shintōistische Hausaltar, welche die Hausschutzgottheit beinhaltet.

Kana 仮名
Beschreibt die beiden japanischen Schriftsysteme Hiragana und Katakana, die sich in der Heian-Zeit (784-1185) herausgebildet haben. Mit diesen Silbenschriften grenzte sich Japan unter anderem von seinem früheren Vorbild China ab. Frauen galten damals als Experten der Literatur, Zeugnisse dieser Zeit sind beispielsweise das Kopfkissenbuch der Hofame Sei Shonagon oder das Genji monogatari von Murasaki Shikibu.

Kanji 漢字
Von den Japanern aus China importierte Bildschriftzeichen, bei denen jeweils ein Zeichen für ein Wort steht. Natürlich können auch mehrere Zeichen kombiniert werden, so wie z. B. in "Bescheinigungsantragsformularausgabe Stellenverordnungsentwurfsplanung". Die umfangreichsten Wörterbücher enthalten über 50000 Kanji, aber ein japanischer Abiturient muss "nur" etwa 2000 Zeichen beherrschen. In den Manga sind Kanji manchmal in das Layout eingebaut. Vor allem aber stellen sie ein Bildelement im Text dar, so dass japanische Texte, egal ob in Sprechblasen oder in hochliterarischen Werken, eigentlich immer Bildtexte sind. Eine Abschaffung der Kanji zugunsten einer rein phonetischen Schreibweise mit Hiragana oder lateinischer Schrift wäre wenig sinnvoll, weil die japanische Sprache sehr viele Homophone (gleich lautende Worte) aufweist.

Kappa 河童
Japanische Flusskobolde, die gerne Streiche spielen. Es handelt sich um kindsgroße Mischwesen, die oft frosch- oder schildkrötenartig oder auch otterartig beschrieben werden und meist rötlich (Nordostjapan) oder grünbläulich (Kyūshū und Westjapan) erscheinen. Sehr wichtig ist die tellerartige Delle (sara)auf dem Kopf des Wesens, in der sich stets Wasser seines Heimatgewässers befinden muss, damit der Kappa nicht seine magische Kraft verliert und erstarrt. Mehr Informationen bei den →Fabelwesen.

Katakana 片仮名
Aus den Kanji in Japan entwickeltes phonetisches Silben-alphabet mit etwa 50 Zeichen (plus Variationen), welche vor allem für ausländische Namen, Fremdwörter und Onomatopoeia (s.u.) Verwendung finden. Als lautmalerische Zeichen sind Katakana in den Manga meist integrierter Bestandteil der Bilder.

Kawaii 愛い
„Kawaii“ ist der japanische Begriff für „niedlich/süß“.

Kibyōshi 黄表紙
Gelb eingeschlagene Hefte, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts populär waren. Sie enthielten einfarbige Drucke mit Kurztexten, die humorvolle Geschichten erzählten und oft als Serien erschienen. Sie gelten u.a. als Vorläufer der Manga.

Kitsune 狐
Unter anderem das japanische Wort für Fuchs, einem Tier, dem seit dem 5. Jahrhundert in Japan Zauberkräfte nachgesagt wurden. Dabei wird unterschieden zwischen gewöhnlichen Füchsen und mächtigen Fuchsgeistern oder auch Wildfüchsen. Sie sind Inhalt von Legenden und Aberglauben und gelten beispielsweise als Boten des Erntegottes Inari. Fuchsgeister sind als Trickser bekannt, häufig verwandeln sie sich in Menschen und spielen Streiche. Mit 1000 Jahren bildet der Fuchs neun Schwänze aus. Mehr Informationen bei den →Fabelwesen.

Kodachi 小太刀
Ein japanisches Kurzschwert, welches im Gegensatz zu anderen Waffen, alleine getragen wird. Da man es problemlos mit einer Hand führen kann, wurde es auch von Frauen benutzt.

Kofun-Zeit
Eine Zeit in der japanischen Geschichte, in etwa von 300 bis 592 V.Chr. Charakteristisch für die Zeit sind die nun gebauten Hügelgräber (Kofun).

Kojiki 古事記
Wörtlich "Aufzeichnung alter Geschehnisse", ein japanisches Buch, welches die Mythologie und Frühgeschichte (etwa bis 592) Japans behandelt. In ihm sind mündliche Überlieferungen zusammengefasst.

Kokeshi (小芥子)
Kokeshi sind schlichte, gliederlose Holzpuppen, die in Japan traditionell zu einem zylindrischen oder ovalen Körper mit rundem Kopf gedrechselt werden. Meist werden Mädchen dargestellt, es gibt jedoch auch einige männliche Puppen. Die traditionelle Variante ist meist schlicht holzfarben und mit einfachen Farben und Mustern bemalt. Die Hauptfarben sind rot und schwarz. Heutzutage sehen die Puppen etwas moderner aus und werden oft industriell gefertigt. In Japan kostet eine Puppe in durchschnittlicher Größe etwa 40 €. Kokeshi sollen Glück bringen und sind ein beliebtes Souvenir. Heute gilt die Stadt Sendai als "Kokeshi-Hauptstadt". →Bebildert auch unter "Merchandise".

Kokutai 国体
Beschreibt die Ideologie der Meiji Regierung in welcher Japan als heiliges, überlegendes Land mit göttlichen Vorfahren und dem Tennō als lebende Gottheit und einer Herrschaft für alle Zeit dargestellt wurde. Es verband moralische Kategorien wie Loyalität, Tugenden und Familienstaat mit der Tennōideologie. Außerdem diente es als Kitt um Defizite und Probleme im Inneren zu vertuschen und als Legitimation der japanischen Expansionspolitik.

Koma コマ
Japanisch für "Panel" (Comicbildrahmen).

Konbini コンビニ
Bei Konbini, auch Conbini, handelt es sich um die japanische Abkürzung von "Convience Store". Dies sind kleine Läden, die 24 Stunden geöffnet haben. Im Angebot gibt es neben zahlreichen Lebensmitteln auch Gebrauchsartikel und warmes Essen sowie Bentō Boxen und mehr. Bekannte Marken sind beispielsweise "7-Eleven", "Lawson" und "FamilyMart".

Kuge 公家
Bezeichnet eine japanische Adels-Klasse, die bis zu den bushi im 12. Jahrhundert die herrschende Klasse am japanischen Kaiserhof war und den Kaiser unterstüzte. Ursprünglich bezeichnete kuge den Kaiser und seinen Hofstaat.