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Sankin kōtai 参勤交代
Unter Sankin kōtai versteht man ein alternierendes Residenzsystem, das während der Edo Zeit (1600-1868) von den →Shōgunen genutzt wurde, um die Feudalherren (Daimyō) zu kontrollieren. Diese hatten regelmäßig mit ihrem Gefolge, dessen Anzahl strikt ihrem Rang entsprechend festgelegt war, in der Hauptstadt des Shōguns, Edo, zu erscheinen und diesem Bericht zu erstatten. Zur weiteren Kontrolle wurde die gesamte Familie der Feudalherren ständig in gesonderten Residenzen in Edo als Geiseln gehalten, um die Loyalität der Feudalherren zu sichern. Obwohl bereits früher auf freiwilliger Basis praktiziert, etablierte sich das System offiziell erst unter dem Shōgun Iemitsu im Jahr 1635. Der Zug der Feudelherren mit ihrem Gefolge von ihren Lehen nach Edo war stets sehr aufwendig und kostspielig, weshalb viele verarmten. Dennoch trug das System auch zum Ausbau des Straßen- und Kommunikationswesens bei. In der Gegenwart gibt es ein Fest, das →Daimyō Gyōretsu, das diesen Zug als Parade mit historischen Kostümen imitiert.

SD: Super Deformed
Super deformed steht für „super deformiert“. Dabei handelt es sich um einen extremen Zeichenstil. Die Figuren werden dabei stark verzerrt dargestellt. Meist haben sie besonders große Augen, und riesige Köpfe sitzen auf viel zu kleinen Körpern.

Seiyū 声優
Anime-Synchronsprecher, so genannte „Seiyū“, sind in Japan nicht nur einfache Synchronsprecher: manche Seiyuu genießen einen Kultstatus, wie man ihn sonst nur bei Popstars kennt. Kein Wunder, schließlich geben viele Seiyū zwischendurch auch Konzerte, deshalb sind viele Seiyū gleichzeitig auch bekannte Popstars. Natürlich geht’s auch anders herum: Popstars synchronisieren gelegentlich auch Animes.

Sensei 先生
Höfliche Anrede für Lehrer, Ärzte, Professoren, Gelehrte, Künstler. D. h. auch Mangaka werden grundsätzlich mit diesem Titel angeredet. Wichtig: Niemals sich selbst mit diesem Titel bezeichnen, immer nur in der zweiten oder dritten Person benutzen. Gleiches gilt für -sama, -san, -kun und -chan (immer mit dem Personennamen verbunden), den japanischen Entsprechungen für Herr/Frau.

Senshi 戦士
Senshi steht für Krieger/innen, die meistens in der Gruppe kämpfen. Senshi unterscheiden sich z.B. durch die Farbe der Kostüme oder die Kräfte, die er/sie besitzt. Bekannte Beispiele dafür: „Sailor Moon“, „Wedding Peach“ und „Magic Knight Rayearth“.

Shikishi 色紙
Autogrammkarten auf denen Mangaka unterschreiben. Meist sind sie weiß mit goldenem Rand und haben ein vorgedrucktes Bild, manchmal zeichnen die Zeichner aber auch selbst darauf.

Shimenawa 注連縄
Strohseile, welche einen sakralen (heiligen) Ort markieren. Häufig mit Papierstreifen (gohei) versehen.

Shinjuku 新宿
Ein Stadtteil Tōkyōs, welcher für seine Einkaufsviertel und Otaku-Szene bekannt ist.

Shōgun 将軍
Eigentlich Seii Taishōgun (征夷大将軍), "Oberbefehlshaber zur Unterwerfung der Barbaren", war ursprünglich ein militärischer Titel für den Führer der Truppen im Kampf gegen die Ureinwohner Nordjapans im 8. Jahrhundert. Von 1192 bis 1867 war es jedoch ein erblicher Titel der regierenden Militärherrscher, die anstelle des Kaisers das Land regierten. Unter ihrer Herrschaft wurde das bakufu als Regierungsform etabliert, welche auch Shōgunat genannt wird.

Shōkadō Bentō 松花堂弁当
Das Shōkadō Bentō ist eine traditionelle, schwarz lackierte und quadratische Box mit vier gleichgroßen Partitionen. Sie erfreut sich größter Beliebtheit in japanischen Restaurants. Erfunden wurde sie im frühen 17. Jahrhundert von dem Zen-Priester Shōjō Shōkadō (1584-1639), der von einem Pflanzensamenbehälter inspiriert wurde.

Shōnen Ai 少年愛
Bedeutet "Knabenliebe" und ist die Bezeichnung für Mangas und Animes in denen es um Jungs x Jungs Beziehungen geht. Die romantische Seite steht im Vordergrund.

Shōwa-Zeit 昭和時代
Eine Zeit in der japanischen Gegenwart, von 1926-1989. Eine Zeit politischer Liberalität, geprägt durch Kriege und die Nachkriegszeit unter amerikanischer Besetzung.

Shugo 守護
Neben den jitō ein Amt, das besonders prägend für die Kamakura Zeit (1333-1568) [und die Muromachi Zeit (1568-1600)] war. Es handelte sich um Militärgouverneure in einer Provinz, die Autorität über Vasallen und Rechtssprechung ausüben konnten. Sie bildeten einen Stützpfeiler für die etablierte Ordnung und wurden vom Shōgun ernannt. In der Mitte der Muromachi Zeit (1568-1600) wandelte sich das Amt zu Militärherrschern mit mehr Privilegien und großem Grundbesitz.

Sumō 相撲
Sumō ist eine traditionelle Sportart, bei der stämmige Schwerathleten versuchen ihren Kontrahenten aus einem Ring von 4,55m Durchmesser zu drängen, oder zu Boden zu werfen. Sumō-Kämpfer sind in Japan sehr angesehen.